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Fragen & Antworten

Unter der Adresse sifu@wing-chun-kampfkunst.de könnt ihr Fragen zum Wing Chun im allgemeinen, zu unserem Training und zu unserem Verein stellen.

 

Uli G., Bornheim:

Ich bin 48 und werde wohl kein großer Kämpfer mehr werden, möchte mich aber trotzdem gern verteidigen können, wenn ich mal in so eine Situation komme. Wäre Wing Chun noch was für mich?

 

SiFu:

Eine gute und eine schlechte Nachricht. Zuerst die schlechte: Selbstverteidigung ist Kämpfen. Zwar wird oft so geworben und trainiert, als gäbe es eine Handvoll Standardangriffe und darauf passende Antworten, die man dann nur noch einüben muss. Aber mit so einem Training kommt man nicht weit. Die eingeschliffenen Bewegungen funktionieren meistens nicht, einfach weil jeder Angriff anders ankommt, jeder Angreifer anders ist, und man wird getroffen, obwohl man doch "die richtige Technik" eingesetzt hat. In Wirklichkeit gibt es unzählige Varianten, die keine Selbstverteidigung erfassen kann. Schade, oder? Jetzt die gute Nachricht: Natürlich kannst du mit 48 noch kämpfen lernen. Man darf dabei nicht an Sportkämpfe denken, wo technische Variabilität, Kondition und Nehmerfähigkeiten eine große Rolle spielen. Dafür bist du in der Tat zu alt. Ein realer Kampf wird aber meistens  innerhalb von Sekunden mit einem brutalen Angriff (oder einem nicht minder brutalen Konterangriff) entschieden. Dabei geht es um ein paar Grundfertigkeiten (nicht Techniken!), die man durch Training entwickeln muss, und die Entschlossenheit, sie auch einzusetzen. Das kann man in jedem Alter lernen, selbst wenn man nicht der Sportlichste ist.

 

Azad M., Bonn:

Ihr schreibt, dass Wing Chun 300 Jahre alt ist. Irgendwo habe ich aber gelesen, dass es auch modernes Wing Chun gibt. Bietet ihr das auch an?

 

SiFu:

Nein. Wing Chun ist ein vollständiges Konzept, das heute ebenso funktioniert wie vor 300 Jahren, wenn man es nur konsequent umsetzt. Was manche als "modernes Wing Chun" bewerben, sind Mischungen aus einzelnen Bewegungen, die aussehen wie Wing Chun, und anderen Techniken, oft aus dem Jiu-Jitsu, Boxen oder Thaiboxen. Diese sind aber mit dem Konzept des Wing Chun unvereinbar. Um das genauer zu erklären: Ich kann zwei Stile mischen, die in unterschiedlichen Distanzen arbeiten, also zum Beispiel Boxschläge mit Karatetritten. Das geht, und so ist ja das Kickboxen entstanden. Ich kann aber nicht Boxen mit Wing Chun kombinieren. Beides ist Faustkampf, erfordert also ungefähr dieselbe Distanz, aber Boxschläge passen nicht zur Körpermechanik des Wing Chun. Die Kraftentwicklung im Wing Chun ist völlig anders. Umgekehrt sind Bewegungen, die aus dem Wing Chun geklaut sind, absolut wertlos, wenn man sie einsetzt wie eine Boxdeckung. Genau das wird aber gemacht, und zwar von Leuten, die weder vom Boxen noch vom Wing Chun eine Ahnung haben. "Modern Wing Chun" ist nur ein Werbetrick, man sollte sich mit sowas nicht weiter beschäftigen.

 

Johann W., Bonn:

Lerne ich bei euch im Gruppenunterricht auch die höheren Formen - oder nur die ersten beiden?

 

SiFu:

Du lernst im Gruppenunterricht alles, was du brauchst, um Wing Chun praktizieren zu können. Es gibt keine "höheren Formen", alles gehört zusammen. Manches lernt man früher, manches später, aus didaktischen Gründen. Ein talentierter Anfänger sollte aber schon nach ein paar Monaten erste Holzpuppenübungen machen. Wer gut stehen und sich gut bewegen kann und eine gewisse Stabilität mitbringt, kann sicherlich nach einem Jahr mit dem Langstock beginnen. Das Langstocktraining erzeugt eine Ganzkörperspannung, die für die Energieentwicklung der waffenlosen Bewegungen ungemein nützlich ist, warum es also zurückhalten? Das sind Beispiele. Wing Chun ist kein Stufenbau, wo eines höher ist als das andere, sondern das eine hilft, das andere zu entwickeln, und umgekehrt.

 

Philipp M., Sankt Augustin:

Ich habe in einer anderen Schule den 8. Schülergrad, komme aber ohne Privatunterricht nicht mehr weiter. Könnte ich bei euch weitermachen?

 

SiFu:

Zunächst einmal, Prüfungen und Schülergrade sind bei uns nichts wert. Es kommt darauf an, was du kannst. Du trainierst wahrscheinlich seit zwei oder drei Jahren und solltest eigentlich ganz gute Grundlagen haben. Erfahrungsgemäß müssen wir da aber immer noch einiges nacharbeiten, weil unser Wing Chun einfach anders ist als das, was du bisher gelernt hast. Grundsätzlich kannst du natürlich bei uns weitertrainieren.

 

 

Stephan F., Bonn:

Gibt es in eurem Wing Chun auch Bodenkampftechniken?

 

SiFu:

Nein, es gibt keine Bodenkampftechniken. Wing Chun bezieht die Kraft seiner Bewegungen aus den Ständen, Wendungen und Schritten. Es ist klar, dass diese in Bodenlage nicht mehr ausgeführt werden können. Am Boden kann man nur noch ringen. Wer sich für Bodenkampf interessiert, ist im brasilianischen Jiu-Jitsu oder eben in Ringervereinen sicher besser aufgehoben als in Schulen, die irgendwelche ausgedachten Drills als "Wing-Chun-Bodenkampf" verkaufen. Bei uns ist es ganz eindeutig: Wir haben keinen Bodenkampf, sondern wir wollen ihn vermeiden.

 

Nachfrage:

Aber ist denn Bodenkampf nicht wichtig für die Selbstverteidigung?

 

SiFu:

Die Bedeutung des Bodenkampfs für die Selbstverteidigung wird ganz klar überschätzt. Nahezu alle Straßenkämpfe beginnen in enger Distanz und werden in Sekundenschnelle mit einer Handtechnik entschieden - nicht am Boden, nicht mit Tritten, nicht mit Waffen. Wenn du am Boden landest, so nicht deshalb, weil du von einem Bodenkämpfer angegriffen wirst (das wird wohl eher selten der Fall sein), sondern weil du in der Rangelei das Gleichgewicht verlierst. Auf dieses ganze Schubsen, Festhalten, Zerren, Werfen usw., das dich die Balance kostet, haben wir aber gar keine Lust, und wir trainieren so, dass wir das verhindern können. In Wettkämpfen, wo der Bodenkampf gesucht wird, sieht die Sache natürlich anders aus, aber das ist nicht unser Gebiet.

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© Michael Schweitz